
Projektvorstellung
Im Rahmen des diesjährigen PS-Lotteriesparens erhoffen wir uns eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 3.140 € für die Umsetzung unseres nächsten Großprojekts.
Im vergangenen Jahr musste unser Verein einen schweren Verlust hinnehmen, als eines der letzten Gründungsmitglieder plötzlich verstarb. Martin Jarisch war während seiner Lebzeiten nicht nur im Hobby der Eisenbahn verschrieben. So arbeitete er zu einem Großteil seiner aktiven Zeit als Fahrdienstleiter auf der Blockstelle Wildtränke, welche sich zwischen Melchow und Spechthausen an der Hauptstrecke Berlin <-> Stettin befand. Durch diese jahrelange Verbindung zu diesem Streckenabschnitt, ist es nicht sehr überraschend, dass er diesen auch im Rahmen seines Hobbies der Modellbahn ein Denkmal setze und in stundenlanger Kleinstarbeit, jedes noch so kleine Detail des Originals, im Modell nachstellte. Angefangen mit exakt beschrifteten Kilometersteinen, bis hin zu Kabelschächten und Weichenspanngewichten zur mechanischen Stellung der Weichen.
Noch wenige Wochen vor seinem Tod hat der Verein Martin versprochen, diese Anlage in seinem Namen weiterführen zu wollen, um zum einen ein Teil seiner Arbeit in ehren zu halten und zum anderen auch künftigen Generationen den Wandel und auch die bereits damalige Bedeutung der Hauptstrecke Berlin <-> Stettin, anschaulich präsentieren zu können.

So machten wir uns in den vergangenen Monaten ans Werk, eine Bestandsaufnahme der gesamten Anlage zu erstellen und einen Gesamtüberblick über mögliche Baustellen zu erhalten.
Schnell war klar, dass der größte zeitliche und kostentechnische Aufwand unter der Anlage in Form der Verdrahtung liegen wird. Bereits bei vorangegangenen Ausstellungen, bei dem Martin seine Anlage präsentierte, kam es immer wieder zu Störungen und Verzögerungen im Aufbau und Betrieb aufgrund der schieren Masse an Kabeln durch den Analogbetrieb und zum Teil in die Jahre gekommenen mechanischen Elementen. Aufgrund der jahrelangen Kleinstarbeit und stetigen Erweiterung der Anlage kam es irgendwann zu einem Geflecht von Kabeln, welches sich heute durch fehlende Dokumentation kaum noch entwirren lässt. Aus diesem Grund müssen wir uns dazu entscheiden aus zeitlicher, als auch kostentechnischer Sicht, die gesamte Verkabelung neu zu gestalten, auszutauschen und zu digitalisieren.
Nur so kann auch in Zukunft ein sicherer Fahrbetrieb auf regionalen, als auch überregionalen Ausstellungen sichergestellt und die Anlage in ihrer Gänze erhalten werden.


Für uns verbindet die „Wildtränke“ auf besondere Weise technische Weiterentwicklung, regionale Eisenbahngeschichte und das Andenken an ein langjähriges Vereinsmitglied. Indem wir Martins Arbeit weiterführen und die von ihm geschaffene Anlage für die Zukunft sichern, möchten wir sein Engagement in Ehren halten und gleichzeitig ein Modell bewahren, das die Geschichte der Eisenbahn zwischen Berlin und Stettin auch kommenden Generationen näherbringen kann. Wir würden uns daher sehr freuen, wenn Sie uns bei der Erneuerung und Digitalisierung der Anlage unterstützen und damit dazu beitragen, dieses besondere Stück regionaler Eisenbahngeschichte dauerhaft für die Öffentlichkeit erlebbar zu erhalten.
Die Umsetzung des Vorhabens stellt unseren Verein sowohl technisch als auch organisatorisch vor eine große Aufgabe. Neben der Beschaffung der benötigten digitalen Steuerungs- und Rückmeldetechnik sowie der neuen Weichenantriebe ist insbesondere die vollständige Neuverkabelung der Anlage mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden. Die hierfür veranschlagte Eigenleistung von mehr als 900 Arbeitsstunden zeigt, dass wir einen wesentlichen Teil des Projektes selbst übernehmen werden. Die beantragten Mittel sollen daher gezielt dort eingesetzt werden, wo die erforderlichen Material- und Technikosten unsere vereinseigenen Möglichkeiten übersteigen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projektes ist die Möglichkeit, die historische Anlage für heutige und zukünftige Besuchergruppen zugänglicher zu machen. Ein digital gesteuerter Fahrbetrieb eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, den Eisenbahnbetrieb anschaulich und abwechslungsreich darzustellen. Damit können nicht nur erfahrene Modellbahnfreunde angesprochen werden, sondern auch Kinder, Jugendliche und Menschen, die bisher keinen näheren Bezug zur Modellbahn oder zur regionalen Eisenbahngeschichte hatten. Mit der geplanten Erneuerung möchten wir deshalb nicht lediglich eine technische Modernisierung durchführen. Vielmehr soll die bestehende Anlage so aufgearbeitet werden, dass sie dauerhaft erhalten, zuverlässig betrieben und auch künftig auf regionalen und überregionalen Ausstellungen gezeigt werden kann. Die vollständige Neuordnung der Verkabelung und die Umstellung auf eine digitale Steuerung schaffen hierfür die notwendige technische Grundlage. Zugleich werden dadurch die Fehlersuche und Wartung deutlich übersichtlicher, was insbesondere beim wiederholten Auf- und Abbau der Anlage bei Ausstellungen von großer Bedeutung ist.

Bahnhofsfest Gramzow 2020
Die Besonderheit dieser Anlage liegt insbesondere in der außerordentlichen Detailtreue. Martin Jarisch hat über viele Jahre hinweg nicht nur den sichtbaren Streckenverlauf nachgebildet, sondern auch zahlreiche technische und betriebliche Einzelheiten berücksichtigt. Kilometersteine, Kabelschächte, Weichenspanngewichte und weitere kleine Elemente machen die Anlage zu einem anschaulichen Zeitzeugnis. Gerade diese Details ermöglichen es den Besucherinnen und Besuchern unserer Ausstellungen, die damalige Funktionsweise und das Erscheinungsbild des Eisenbahnbetriebs nachvollziehbar zu erleben.
Der Erhalt historischer Eisenbahninfrastruktur ist für unseren Verein dabei weit mehr als die reine Nachbildung von Gleisen und Gebäuden. Mit unseren Modellbahnanlagen möchten wir zeigen, wie eng die Eisenbahn mit der Entwicklung unserer Region, den Orten entlang der Strecke und dem täglichen Leben der Menschen verbunden war. Die Anlage „Wildtränke“ nimmt hierbei eine besondere Stellung ein, da sie einen konkreten Abschnitt der ehemaligen Hauptstrecke Berlin–Stettin und damit zugleich ein Stück persönlicher Vereinsgeschichte dokumentiert.
